Steppenrose

Wildes Gärtnern: Bepflanzen von öffentlichen Baumscheiben

Elfenkrokus

Der Erdbereich um einen Baum wird „Baumscheibe“ genannt. Dieser Bereich von öffentlichen Baumscheiben lässt sich besonders gut mit früh blühenden Blumenzwiebeln bepflanzen, mit allem, was blüht, wenn das Blätterdach der Bäume noch nicht wieder zugezogen ist. Geeignet sind Blausternchen, Veilchen, Winterlinge, Primeln, Krokusse, Wildtulpen….
Sie kommen jedes Jahr wieder, vermehren sich unterirdisch und bilden mit den Jahren ganze Blühteppiche. Diese Frühblüher sind wichtige Nektarpflanzen für Insekten!
Blumenzwiebeln können bis in den Dezember gesteckt werden. Beim Pflanzen sollte man unbedingt Handschuhe tragen, denn oft liegen dort Scherben, Hundekot und manche Baumscheiben wurden vielleicht vorher auch mit Pestiziden behandelt. Die Erfolgsquote von „wildem gärtnern“ mit Blumenzwiebeln ist recht hoch und liegt bei 80 %.
Einmal gesteckte Zwiebeln kommen jedes Jahr wieder, vermehren sich unterirdisch und versorgen die Insektenwelt jedes Jahr im Frühling mit ihrem Nektar!

Wilde Karde und Kornblume

Blumenmischung „Mössinger Sommer“

Ab März kann auf den Baumscheiben Samen von Sommerblumen ausgestreut werden. Die Bepflanzung mit Sommerblumen funktioniert aber nur dann gut, wenn der Bereich sonnig ist, ansonsten sollte man auf eine Blumenmischung zurückgreifen, die schattige Bereiche bevorzugt. Eichenbäume geben außerdem Gerbstoffe ab, die teilweise die Keimung von Samen hemmen, oder behindern.
Wenn die Samen einer Blumenmischung mit Karde und Kornblumen gemischt werden, blühen nur Karden und Kornblumen, gehen dann in Samen über und das war´s dann. Die andere Blumenmischung kann sich nicht durchsetzen.
Beim erfolgreichen Ansäen einer sonnigen Fläche mit einer Blumenmischung dauert die Blütezeit bis zum Blattfall Anfang Oktober. Zwischendurch muss manchmal Wildkraut gezupft, durchgeharkt, oder auch gegossen werden. Gut, wenn die Baumscheibe direkt in der Nähe ist, oder wenn man sie täglich sieht. 
Einfach probieren und experimentieren!

Die „Geiz ist Geil“ Mentalität macht auch vor Bepflanzungen nicht halt. Primeln werden im Schutz der Dunkelheit ausgebuddelt und am nächsten Morgen sind nur noch Löcher zu sehen. Krokusse, die an Bänke gepflanzt wurden, um Insekten als erste Nahrung zu dienen, sind dann weg, wenn sie gerade schön blühen- vermutlich ausgegraben für den eigenen Garten….?
Viele Menschen laufen einfach über auflaufende Samen, selbst wenn kleine Schilder dort stehen. Hunde gehen dort Gassi und beim Harken muss man aufpassen, dass man nicht in Hundekot greift….
Wer sich dadurch nicht beirren lässt, wird vermutlich keine Zwiebelblumen mehr direkt neben Bänke pflanzen, aber er macht einfach weiter. 

Krokusse unter Gras gepflanzt

Dazu mal ein schönes Zitat von Paulo Coelho:
Aber es gibt auch diejenigen, die pflanzen. Sie leiden manchmal unter Unwettern, unter Jahreszeiten und ruhen selten aus. Doch anders als ein Gebäude hört ein Garten nie auf zu wachsen. Und da er die Aufmerksamkeit des Gärtners immer fordert, kann für denjenigen, der pflanzt, das Leben ein großes Abenteuer sein.
Die Gärtner werden einander erkennen – denn sie wissen, dass jede Pflanze die Geschichte der ganzen Erde enthält

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