Steppenrose

Immer dem Futter nach: Monarchfalter ziehen zu den Seidenpflanzen

Monarchfalter sind die die Zugvögel unter den Schmetterlingen. Sie fliegen von Mexiko bis zu den Kanadischen Seen und wieder zurück.
Den Frühling verbringen sie in Texas, den Sommer an den Kanadischen Seen und zur Überwinterung fliegen sie wieder zurück nach Mexiko. Diese lange Strecke fliegen sie in mehreren Generationen. Auf Zwischenstopps paaren sie sich, legen Eier und sterben. Die nächste Generation fliegt einen Monat später weiter.
Monarchfalter-Raupen leben von 30 verschiedenen Seidenpflanzenarten (engl. Milkweed).
Die heißen Sommer der Südstaaten lassen die Seidenpflanzen verdorren, darum ziehen die Falter weiter Richtung Norden an die Kanadischen Seen. Hier wachsen auch im Sommer reichlich Seidenpflanzen und so können sich noch 2 weitere Monarchfaltergenerationen entwickeln. Einige von ihnen ziehen weiter bis nach New Brunswick, Neufundland und Nova Scotia.

Ab September, bei einem ganz bestimmten Sonnenstand, startet dann die 4. Monarchfaltergeneration zum Rückflug. Die Monarchfalter fliegen tagsüber und lassen sich dabei von den Winden treiben. Bei günstigen Windverhältnissen fliegen sie bis zu 500 Meilen/ 804 km in 3 Tagen. Unterwegs rasten sie und stärken sich mit Pflanzennektar. Anfang November, wenn in Mexiko die „Tage der Toten“ gefeiert werden, erreichen sie meist das Hochland von Mexiko. Für die indigenen Mexikaner symbolisieren die Schmetterlinge die Seelen ihrer Verstorbenen.
Im Hochland von Mexiko überwintern sie in großen Kolonien Wind- und Frost geschützt in hohen Bäumen. Bei Temperaturen um die 10° fallen sie in Winterstarre. Wenn die Temperaturen unter 0° sinken und ihnen durch illegalen Holzeinschlag der Wind- und Kälteschutz fehlt, können sie leicht erfrieren.

Anfang März, bei Temperaturen um die 13° und günstigen Winden, ziehen sie wieder Richtung Norden und erreichen Ende April Texas, Alabama, Arkansas, Oklahoma…., Regionen zwischen dem 30 und 40 Breitengrad. Dort entsteht die nächste Generation:
Paarungsbereite Weibchen fliegen wendeltreppenförmig nach oben, nicht paarungsbereite Weibchen weichen im Zickzackflug aus. Ein Monarchfalterweibchen wird von bis zu 11 Männchen begattet – die schwachen Männchen paaren sich noch am Überwinterungsort, kräftige Männchen fliegen mit zurück. Das Weibchen legt im Durchschnitt 400 Eier einzeln auf den Seidenpflanzen ab und stirbt danach. Nach 4 -5 Tagen schlüpfen die kleinen Raupen. Sie fressen und häuten sich immer dann, wenn die Raupenhaut zu eng geworden ist. Nach 14 Tagen verpuppen sie sich und halten in einer jadefarbenen, goldgefleckten Puppe 12 – 16 Tage Puppenruhe, bis sie schlüpfen.
Monarchfalter-Männchen sind etwas kleiner und stärker orange gefärbt.

Die Monarchpopulationen haben durch die Zerstörung ihrer Lebensräume drastisch abgenommen. In der amerikanischen Landwirtschaft gelten Seidenpflanzen (Milkweed) als Unkraut und werden mit Herbiziden bekämpft. Herbizide, Monokulturen setzen den Populationen stark zu. In den Überwinterungsgebieten erfrieren Monarchfalterkolonien oft durch illegalen Holzeinschlag.

Weiterführende Links und Organisationen:
Monarch Watch
Ausführliche Info auf Wiki
Journey North
Bilder

Filme zum Thema:

Vom Ei zum Schmetterling:

Wanderung der Monarchfalter:

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