Steppenrose

Kleidung aus Brennnesselfasern

Brennnesselgarn aus Nepal

Brennnesselhalme

Die Brennnessel ist wie Hanf und Leinen eine alte Faserpflanze. Sie ist jedoch fast völlig in Vergessenheit geraten. Der Faseranteil unserer wilden Brennnessel liegt bei 3 -5 %, Zuchtnesseln kommen auf  8- 20%. Die Fasern wurden auf ähnlich Weise wie bei Hanf gewonnen:
Tauröste auf dem Feld löste die Fasern durch Pilze und Bakterien. Eine andere Methode zur Fasergewinnung war langes Einweichen in Wasser und die Sonnenröstung auf dem Feld, bevor die Halme gebrochen und die Fasern versponnen werden konnten.
Die Brennnesselhalme auf dem Bild sind sehr dünn abgeschält und lagen einige Wochen in der Sonne. Die Fasern liegen unterhalb der Bastschicht des Stängels. Es gibt auch Versuche zur Fasergewinnung mit Hilfe von Soda und Natronlauge.
Heute kommen Brennnesselfasern meist aus dem Himalaya, von der dort heimischen Nilgrinnessel. Sie wird geschält und über Nacht in ein Holzaschebad gelegt, um die Fasern zu lösen und sie dann zu verspinnen
Aus Brennnessel oder „Nesselstoff“ wurden früher Hemden, Schnüre oder Netze hergestellt. Heute wird der Name „Nesselstoff“ fälschlicherweise für weiße Baumwolle verwendet.
Die Brennnessel wurde auch „Sternblume“ genannt. Im Märchen „Die sechs Schwäne“ holte die Schwester ihre in Schwäne verzauberten Brüder durch selbstgenähte Nesselhemdchen aus Sternenblumen wieder in die Wirklichkeit zurück.

 

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