Steppenrose

Warum gibt es keine Deklarierungspflicht für Pflanzenschutzmittel auf Agrarflächen?

Bei Pflanzenschutzmitteln denken die meisten an Glyphosate. Von den vielen anderen, hochgiftigen Stoffen gegen Insekten, Wildkräuter und Pilzkrankheiten wird kaum berichtet. Sie sind frei verkäuflich und werden stillschweigend auf unseren Feldern ausgebracht.
Mit einer Deklarationspflicht von Pflanzenschutzmitteln in Form einer großen Tafel direkt vor dem behandelten Feld könnte jeder gleich sehen, welches Pflanzenschutzmittel wann und in welcher Menge auf dem Feld versprüht wurde und sich entsprechend schützen.

Im konventionellen Rapsanbau werden oft Totalherbizide (Glyphosate) vor der Einsaat eingesetzt, um sich das Umpflügen der abgeernteten Stoppelfelder zu sparen.
Einige Tage später wird meist mit Neonicotinoiden gebeiztes Saatgut ausgesät. Für Tiere sind diese gebeizten Samenkörner hochgiftig. Die tödliche Dosis für ein Rebhuhn sind z.B. 32 mit Neonicotinoiden gebeizte Rapssamenkörner, für kleinere Tiere ist die tödliche Dosis entsprechend geringer. Aus den gebeizten Samenkörnern wachsen Pflanzen, die über einen längeren Zeitraum Neonicotinoide in die Umwelt abgeben. Guttationströpfchen dieser Pflanzen sind ebenfalls giftig, wenn sie von Insekten getrunken werden.
Raps wird während der Blüte mit Insektiziden behandelt, um Rapsglanzkäfer, Rapsstängelrüssler und Gefleckten Kohltriebrüssler zu vernichten. Aber auch für anderen Insekten, die sich während dieser Zeit auf dem Feld aufhalten, endet der Feldbesuch tödlich.
Einige (Raps)Arten sind empfindlich gegen Pilzkrankheiten- hier gibt es ebenfalls verschiedene Spritzmittel. Oft werden auch verschiedene Mittel miteinander kombiniert.
Kurz vor der Ernte wird meist noch einmal Glyphosat ausgebracht, um die Pflanzen zur Totreife zu bringen und sie dann trocken ernten zu können.

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